Die parlamentarische Anfrage zum Leerstand landeseigener Wohnungen der SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Boris Weirauch und Dr. Stefan Fulst-Blei hat entlarvende Zahlen zu Tage gebracht: Die Landesregierung muss in Ihrer Stellungnahme zugeben, dass jede achte Wohnung in Landesbesitz in Mannheim derzeit leer steht, mehrheitlich schon über zwei Jahre lang. Konkret stehen von 89 landeseigenen Wohnungen in der Quadratestadt insgesamt 11 (entspricht 12,4 Prozent) leer, wobei drei schon seit mehr als vier Jahren, zwei seit mehr als drei Jahren, und der Rest seit bis zu zwei Jahren nicht mehr bewohnt werden.
Aus Sicht von Weirauch ist dieser Umstand nicht hinnehmbar: „Wohnen ist eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit und die Landesregierung hat keinerlei Antworten darauf. Wohnungen in Landesbesitz stehen leer und werden dem Mietmarkt entzogen – das ist den Menschen in Mannheim nicht vermittelbar.”
Fulst-Blei nennt das vielzitierte Mantra der Landesregierung „Jede Wohnung zählt“ angesichts der neusten Erkenntnisse eine absolute Farce: „In Mannheim suchen Menschen vergeblich nach bezahlbaren Wohnungen und Grün-Schwarz lässt die landeseigenen Wohnungen leer stehen – warum?”.
Beide Abgeordneten fordern von der Landesregierung mehr Engagement bei der Bekämpfung der Krisen am Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg. Was bisher geschieht, ist aus Sicht der SPD-Politiker zu wenig: „Wir brauchen eine Stärkung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften, aber auch eine eigene Landeswohnungsbaugesellschaft, die auf landeseigenen Grundstücken bezahlbaren Wohnraum schafft und die Kommunen bei der Schaffung von Wohnraum unterstützt.”