Grün-schwarzer Koalitionsvertrag sieht Ergänzung der Landarztquote vor – Weirauch fordert gezielte Umsetzung auch in Städten
Nach wochenlangen Verhandlungen hat die neue grün-schwarze Landesregierung ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Demnach soll die bestehende Landarztquote um eine Kinderarztquote ergänzt werden.
Dazu erklärt der Mannheimer Landtagsabgeordnete Dr. Boris Weirauch, selbst vierfacher Vater: „Die grün-schwarze Landesregierung darf die wohnortnahe Versorgung auch in den Städten nicht außer Acht lassen. Die angekündigte Kinderarztquote darf sich nicht am Bedarf ganzer Gemeinden oder Städte orientieren, sondern muss dort ansetzen, wo konkrete Versorgungslücken bestehen – etwa in Mannheimer Stadtteilen ohne Kinderarztpraxis. Eine unzureichende Gesundheitsversorgung bei den Kleinsten, gerade in sozial benachteiligten Quartieren, ist ein großes Problem für die betroffenen Familien und hat gesamtgesellschaftliche Folgen.“
Weirauch, der die Menschen im Mannheimer Süden bereits in der dritten Legislaturperiode im Landtag vertritt, setzt sich seit Jahren für eine bessere kinderärztliche Versorgung in Mannheim ein. Mit parlamentarischen Initiativen an die Landesregierung – darunter eine Kleine Anfrage im vergangenen Jahr sowie Schreiben an Gesundheitsminister Manfred Lucha – macht er sich für die Interessen von Kindern und Eltern stark.
Kritisch sieht der Sozialdemokrat die Einschätzung der Landesregierung zur Versorgungslage: „Die Landesregierung spricht von einer ‚Überversorgung‘. Tatsächlich gibt es in mehreren Mannheimer Stadtteilen keine einzige Kinderarztpraxis – darunter auf der Schönau, Neckarstadt-West, Friedrichsfeld sowie Neuostheim/Neuhermsheim. Für viele Familien bedeutet das lange Wege mit akut erkrankten Kindern in Bus und Bahn. Zudem werden Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen häufiger nicht wahrgenommen. Dabei gilt: Es spielt keine Rolle, ob Kinder im ländlichen Raum oder in urbanen Gebieten leben – alle brauchen eine verlässliche, wohnortnahe medizinische Versorgung.“