Nach Rundgang am Tattersall: SPD-Abgeordneter Boris Weirauch fordert mehr städtische Maßnahmen gegen Müll und Lärm / Kritik am Rückzug der Stadt vom digitalen Mängelmelder

22. Januar 2026

Nach einem Rundgang durch die Schwetzingerstadt ziehen der Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Boris Weirauch und die SPD-Bezirksbeirätin Klara Scheffler eine ernüchternde Bilanz. Der Rundgang machte deutlich, dass sich viele alltägliche Probleme im Quartier zuspitzen und von der Stadt bislang nicht ausreichend angegangen werden.

Besonders kritisch bewerten Weirauch und Scheffler die Abkehr der Stadt Mannheim vom digitalen Mängelmelder mit dem Ziel, Kosten zu sparen. „Der Mängelmelder war ein niedrigschwelliges und effektives Instrument, um Probleme im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und schnell zu beheben“, so Weirauch. „Wer hier spart, spart an der falschen Stelle. Bürger konnten sich aktiv einbringen, um die Situation in ihrem Stadtteil sichtbar zu verbessen. Wertschätzung sieht anders aus“. Beim Rundgang mit den Anwohnerinnen und Anwohner fielen mehrere konkrete Missstände ins Auge: Der Leerstand des ehemaligen Meyer-Cafés am Eingang zur Schwetzingerstadt prägt den Bereich am Tattersall negativ. Hinzu kommen erhebliche Verschmutzungen – viel Müll liegt sichtbar auf dem Boden – sowie eine unzureichende Beleuchtung rund um den Tattersall, die insbesondere in den Abendstunden Unsicherheit verstärkt.

Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner berichteten zudem von wiederholter Lärmbelästigung durch eine Trinkerszene hinter der Kunsthalle, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Der Bereich wird zunehmend vor allem von Frauen als Angstraum wahrgenommen. Unzureichende Beleuchtung, fehlende soziale Kontrolle und eine zu geringe behördliche Präsenz verstärken das Unsicherheitsgefühl zusätzlich. Bezirksbeirätin Klara Scheffler macht klar: „Öffentliche Räume müssen für alle Menschen sicher nutzbar sein, unabhängig von Geschlecht oder Uhrzeit. Dafür braucht es klare Regeln, mehr soziale und behördliche Kontrolle sowie eine sichtbare Präsenz, um Lärmbelästigungen einzudämmen und Nutzungskonflikte nicht zulasten der Anwohnerschaft eskalieren zu lassen.“

Sicherheit und Ordnung im Stadtteil dürfen nicht nur nach schweren Vorfällen thematisiert werden, sondern müssen dauerhaft und präventiv in den Blick genommen werden. Dazu gehören saubere und gut beleuchtete Plätze, funktionierende Meldestrukturen, eine sichtbare Präsenz von Ordnungsdiensten sowie soziale und präventive Ansätze, die unterschiedliche Nutzergruppen berücksichtigen.

„Die Schwetzingerstadt braucht keine Symbolpolitik, sondern konkrete Verbesserungen im Alltag“, so Weirauch. „Die Rückmeldungen aus dem Quartier sind eindeutig – jetzt ist die Stadt gefordert, zu handeln.“

Auf Grundlage der Eindrücke aus dem Rundgang durch die Schwetzingerstadt hat Weirauch außerdem eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung eingebracht mit dem Ziel, belastbare Daten zu Müllsünden, Ordnungswidrigkeiten und zur Arbeit der Ordnungsbehörden in Mannheim zu erhalten, insbesondere für die Schwetzingerstadt und die Innenstadt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle des kommunalen Mängelmelders und seinem Beitrag zur Aufklärung und Ahndung von Missständen. „Wer Ordnung und Sicherheit ernst nimmt, muss wissen, wo Probleme auftreten, wie häufig sie sind und wie schnell reagiert wird – dafür braucht es verlässliche Zahlen“, betont Weirauch. Mit der parlamentarischen Anfrage soll geklärt werden, wo strukturelle Defizite bestehen und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Ordnung, Sauberkeit und das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum zu verbessern.