Erster Jahresbericht antisemitischer Vorfälle 2025 der Recherche- und Informationsstelle zeichnet erschreckendes Bild // SPD MdL Boris Weirauch: Prävention stärken und Meldestelle dauerhaft sichern
Der Antisemitismusbeauftragte und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Dr. Boris Weirauch zur Veröffentlichung des ersten Jahresberichts antisemitischer Vorfälle 2025 der Recherche- und Informationsstelle RIAS: „Der Bericht zeigt, dass Antisemitismus für Jüdinnen und Juden leider mittlerweile zum Alltag gehört. Besonders betroffen macht mich die hohe Zahl an Vorfällen in Bildungseinrichtungen. Das zeigt, dass Antisemitismusprävention stärker im Bildungsplan verankert werden muss.“
Der Sozialdemokrat würdigt die Arbeit der Meldestelle: „Die Arbeit von RIAS hat dazu beigetragen, das große Dunkelfeld antisemitischer Vorfälle ein Stück weit aufzuhellen. Die RIAS-Meldestelle muss dauerhaft gesichert und ausgebaut werden, damit das Dunkelfeld weiter aufgehellt und das Lagebild präziser wird.“
Der Bericht weist zudem auf regionale Schwerpunkte hin: Landesweit fanden in Mannheim mit Abstand die meisten Versammlungen mit antisemitischen Vorkommnissen statt. Mit 33 registrierten Versammlungen entfielen 29 Prozent aller dokumentierten Fälle in Baden-Württemberg auf Mannheim. Die überwiegende Mehrheit der auf Versammlungen erfassten Vorfälle ist dem israelbezogenen Antisemitismus zuzuordnen – dies gilt auch für Mannheim.
Der Mannheimer Landtagsabgeordnete Weirauch betont abschließend: „Antisemitismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben – schon gar nicht in unserem vielfältigen und weltoffenen Mannheim. Jüdisches Leben zu schützen, Betroffene zu unterstützen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten, ist eine gemeinsame Verantwortung von Staat und Gesellschaft.“