Streichung Landesgelder für Gedenkstätte in Gurs: Weirauch greift AfD an

23. Januar 2017

Der SPD-Landtagsabgeordnete und Stadtrat Boris Weirauch reagiert scharf auf Versuche der baden-württembergischen AfD, das Gedenken an die in der Nazi-Zeit ins französische Gurs verschleppten und ermordeten Mannheimer Bürgerinnen und Bürger zu untergraben.

Mit einem Antrag zum diesjährigen Haushalt will die AfD im Stuttgarter Landtag die Fördergelder für die Gedenkstätte Gurs streichen.

„Es ist nichts Neues, dass die AfD mit rechtsextremem Gedankengut hausieren geht,“ kommentiert Weirauch den AfD-Antrag. „Wer versucht, das Gedenken an unsere ermordeten Mitbürger jüdischen Glaubens zu schmälern und populistisch auszubeuten, zeigt deutlich, wessen Geistes Kind er ist.“

Deutsche Behörden verschleppten im Oktober 1940 nahezu alle Juden Badens und der Pfalz in das Internierungslager nahe der französischen Stadt Gurs. Über 2000 Mannheimerinnen und Mannheimer jüdischen Glaubens wurden deportiert; viele von ihnen starben aufgrund der menschenunwürdigen Zuständen im Lager oder wurden später in Vernichtungslager gebracht und dort ermordet.

Die Gedenkstätte in Gurs wird durch das Land Baden-Württemberg bisher mit jährlich 120.000 Euro gefördert. Die Stadt Mannheim ist der Gedenkstätte besonders verbunden, was zuletzt 2015 zur 75. Jährung der Deportation in einer Reihe von Veranstaltungen deutlich wurde.

Für den Abgeordneten ist klar: „Der Vorstoß der AfD greift direkt die Erinnerungskultur an die Mannheimer jüdischen Glaubens an, die in der Nazi-Zeit aus der Mitte unserer Stadtgesellschaft gerissen und ermordet wurden. Die AfD bietet ein würdeloses Schauspiel in ihrem Umgang mit der deutschen Geschichte, achtsamer Erinnerung und dem demokratischen Konsens des Nie wieder!“